|
Sommer- und Winterreifen müssen mindestens über eine Profiltiefe von 1,6 mm verfügen. Aber die Autofahrer sollten ihre Reifen nicht bis zur Restprofiltiefe von 1,6 mm abfahren. Bei einem solchen Profil erhöht sich das Aquaplaningrisiko deutlich und der Bremsweg auf nasser Straße wird länger. Im Nachfolgenden einige Tipps, wie der Fahrer sich bei Aquaplaninggefahr verhalten sollte. Anzeige Bei Regen die Fahrbahn aufmerksam beobachten. Verschwinden die Spuren des vorderen Fahrzeugs schnell oder sind Pfützen auf der Fahrbahn, ist Vorsicht geboten. Indizien sind auch, wenn die Lenkung schwammig wird, die Antriebsräder durchdrehen oder die Reifengeräusche lauter werden. Jetzt muss das Tempo reduziert werden und beide Hände gehören ans Lenkrad. Fahrbahn und Spurrinnen beobachten und abruptes Bremsen vermeiden. Wer etwas nach rechts lenkt, fährt nicht im, sondern neben dem Wasser und lässt so die tückischen Spurrillen einfach links liegen. Das erhöht auch den Abstand zum Gegenverkehr. Schwimmt ein Auto auf, Lenkung gerade halten, kein Gas geben, Kupplung treten und nicht bremsen. Erhält das Fahrzeug mit eingeschlagenem Reifen wieder Bodenkontakt, würde es unweigerlich zur Seite gerissen werden. In den Kurven den Lenkeinschlag eisern beibehalten. Erst wieder Gas geben, wenn die Räder wieder Bodenhaftung haben. Bei Fahrzeugen mit Automatikgetriebe sollte das Gas weggenommen werden. Auf regennasser Fahrbahn verlängert sich der Bremsweg erheblich. Muss ein Fahrer überraschend bremsen, hilft nur ausreichender Sicherheitsabstand zum Vordermann, um rechtzeitig zum Stillstand zu kommen. Vorsicht ist auf Autobahnen oder Landstraßen geboten. Hier kann es bei schlechter Sicht zu gefährlichen Auffahrunfällen kommen. Vorsicht bei tief liegenden Unterführungen oder wenn eine Linkskurve in eine Rechtsbiegung übergeht. In diesem Bereich fließt das Wasser besonders langsam ab. Und selbst lange nach einem Regen können sich gefährliche Seen bilden. Wer seinen Reifen dennoch bis zur letzten Grenze abfährt, riskiert zudem den Verlust seines Versicherungsschutzes, denn nach einer Entscheidung des Landgerichts Itzehoe (Az: 3 O 153/00) kann ein Aquaplaningunfall unter solchen Umständen als "grob fahrlässig" gewertet werden. Ein Profil von mindestens vier Millimetern kann das gefährliche Aufschwimmen verhindern, erklärte der ADAC. Es sei dringend zu empfehlen, Sommerreifen bei einer Restprofiltiefe von unter vier Millimetern zu erneuern, um auch bei einem sommerlichen Platzregen sicher unterwegs zu sein, rät auch der hannoversche Reifenhersteller Continental. Bei drei Millimetern gebe es bereits deutlich längere Bremswege. Fachleute haben beobachtet, dass die gestiegene Autokosten auch bei der Neuanschaffung von Reifen Sparsamkeit an den Tag treten lassen. Diese hat allerdings ihre Tücken, denn je weniger Profil auf dem Reifen ist, desto eher schwimmt der Wagen auf nasser Straße auf. Vor allem Breitreifen neigen bei zu geringer Profiltiefe schnell zum Aufschwimmen. Versuche von Continental-Ingenieure ergaben, dass die Bremswege mit abgefahrenem Profil auf nasser Straße um rund die Hälfte ansteigen. Ein Personenwagen mit neuwertiger Bereifung braucht auf nassem Asphalt aus 100 km/h 63 Meter Bremsweg. Sind noch vier Millimeter Profil vorhanden, steht das Fahrzeug nach knapp 70 Metern. Hat derselbe Wagen das - noch zulässige - Restprofil von nur 1,6 Millimetern, kommt er erst nach mehr 90 Metern zum Stehen. Im Vergleich zum Sommerbetrieb stellt die kalte Jahreszeit wesentlich härtere Anforderungen an das Fahrzeug. Darauf weist der ADAC hin. Das gilt vor allem für die Reifen, denn Winterreifen haben in der Kälte enorme Vorteile gegenüber der herkömmlichen Bereifung. Ein spezielles Profil und die besondere Gummi-Mischung verhelfen dem Fahrzeug zu mehr Haftung auf kühlen und glatten Straßen. Der Automobilclub empfiehlt Autofahrern sich schon neue Winterpneus zu besorgen, wenn die Profiltiefe bei alten Winterreifen weniger als vier Millimeter beträgt. Auch wer schon über fünf Jahre alte Winterreifen hat, ist gut beraten, sich neue anzuschaffen. Nach einer bestimmten Zeit verändert sich die Gummimischung, so dass die Eignung als Winterreifen zunehmend nachlässt. (ar/nic) 22. November 2006 Jetzt Userbilder zum Thema hochladen
![]()
![]()
|
|||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||