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Alfa Romeo 6C 1500 Mille Migla Speciale
Debüt 1927
Technische Details
Hersteller Alfa Romeo
Baureihe 6C 1500
Typ 6C 1500 Mille Migla Speciale
Bauzeit 1927 - 1929
Baujahr 1928
Motor 6 Zylinder Reihenmotor
Hubraum 1487 cm³
Bohrung/Hub 62 / 82 mm
Leistung 62 PS / 46 KW
Gewicht 860 kg
Leistungsgewicht 13.87 kg / PS
Vmax155 kmh


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Hinter Maschinen stehen Menschen. Im Falle des Alfa Romeo 6C 1500 war das Vittorio Jano, Jahrgang 1891, gleichermaßen begnadet als Konstrukteur und Organisator.

Als ihn 1923 der Ruf Nicola Romeos ereilte, wirkte er als Rennleiter bei Fiat. Zwischen 1924 und 1937 war Jano zuständig für die Rennwagen des Konzerns mit dem Kleeblatt. Sein Erstling, der P2, empfahl sich mit Antonio Ascari am voluminösen Lenkrad umgehend mit einem Sieg in seinem Jungfern-Grand-Prix, dem Großen Preis von Europa in Lyon im August 1924, und mit dem Gewinn der Meisterschaft der Marken 1925. Jano zu Ehren umkränzte fortan stilisierter Lorbeer das Alfa-Romeo-Emblem.

1926 lief Giuseppe Merosi über zu der französischen Automanufaktur Mathis, zweifellos ein Abstieg, und Jano übernahm seinen Posten als Chefdesigner auch im bürgerlichen Bereich der Touren- und Sportwagen. Seine markante Handschrift trug ein erstes Chassis namens 6C 1500, im April 1925 auf der Mailänder Motor Show und später in Paris und London mit Erfolg als Sonde in die Publikumsgunst eingeführt. Die Produktion wurde indessen erst 1927 aufgenommen. Überall stand der Rennsport Pate, vor allem aber bei der Konzeption von Janos properem Sechszylinder-Triebwerk mit 1487 cm³, 44 PS, integriertem Einlasskrümmer und mit dem Block verquicktem Zylinderkopf, der dem Eigner das Ärgernis durchgebrannter Dichtungen ersparte. Seine obenliegende Nockenwelle wurde von einer Königswelle zum Schaffen angehalten.

Was gut war, musste für Jano auch schön sein: Er mochte nicht, wenn irgendetwas liederlich herumlag. So wurden etwa die Zündkabel vom Verteiler bis zu den Kerzen von einer geschlossenen Hülle ummantelt. Das Modell war mit Radständen von 3100 und 2895 mm verfügbar und nicht unbedingt von sportivem Flair umfächelt, obwohl die kerngesunde kleine Maschine selbst mit gewichtigeren Aufbauten gut zurechtkam.

Dem schuf man im Herbst 1928 Abhilfe mit dem 6C 1500 Sport auf dem kürzeren Chassis, der bereits vorher sporadisch in die Produktion eingespeist worden war. Eine weitere Nockenwelle half ihm so recht auf die Sprünge, so dass er sich als offener Zwei- und Viersitzer mit 54 PS bei 4500/min auf flotte 128 km/h beeilte.

Sein Grauguss-Zylinderkopf mit hemisphärischen Brennräumen war nun abnehmbar, bildete in einer Kompressor-Variante, die sich bereits 1927 vereinzelt fand, allerdings wieder eine Einheit mit dem Block. Sie wurde zwangsbeatmet durch einen Roots-Lader mit anderthalbfacher Drehzahl der Kurbelwelle. Der nötige Raum dafür entstand, indem der Motor um 200 mm nach hinten verlagert wurde, was auch der Gewichtsverteilung zugute kam. Von legendärer Verlässlichkeit, geriet sie mit 76 PS bei 4800/min und einer Spitze von 155 km/h zum idealen Gerät für den Sportfahrer. Erkennen konnte man sie in der Regel an dem Einfüllstutzen zu einem zusätzlichen Ölbehälter.

Etwa von Janos Mitarbeiter und Alfa-Romeo-Chronisten Luigi Fusi penibel aufgelistet, entstanden zwischen 1927 und 29 insgesamt 1075 dieser Anderthalbliter, 171 davon 6C 1500 Sport. 24 entfielen auf den Mille Miglia Speciale, einige mit, andere ohne Kompressor. Sie waren programmatisch benannt nach dem 1000-Meilen-Rennen von Brescia, 1927 ins Leben gerufen und 1928 bereits von der Mannschaft Giuseppe Campari/Giulio Ramponi auf einem Wagen dieses Typs gewonnen.

Es sollte in den folgenden Jahren immer mehr zum Forum für Alfa Romeo werden.
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