Der Daimler SP250 wurde am 4. April 1959 auf der International Automobile Exhibition zu New York vorgestellt. Im Januar 1964 – 2645 Exemplare des bizarren Roadsters rollten inzwischen über vornehmlich britische und amerikanische Straßen – schlief seine Produktion wieder ein. Am Anfang stand die Initiative eines Mannes, des neuen Daimler-Managers Edward Turner, der sich mit der Entwicklung von Motorradmaschinen bei Triumph einen Namen gemacht hatte.
Das Ende führte der Unwille eines anderen herbei, des Jaguar-Chefs Sir William Lyons, der Daimler seit 1960 kontrollierte und das Projekt von vornherein mit herber Kritik brandmarkte. Ohnehin hatte der Bau eines zweisitzigen Sportwagens eine kleine Palastrevolution aufgerührt in einem Hause, dessen Renommee auf behäbig-gediegenen Limousinen fußte. Ein erster Experimentalmotor zeigte sich bereits im Sommer 1958 standfest, ein kompakt-kurzhubiger V8 von 2548 cm³, dessen zwei Zylinderreihen im rechten Winkel zueinander geneigt waren und der im Bereich des Ventiltriebs Turners Motorrad-Philosophie verriet.
Mit 140 PS waren seine Fähigkeiten keineswegs voll ausgelastet, dennoch übertrafen spätere Rezensenten einander in einhelligem Lob. Turners Meister-Stück wurde implantiert in ein Chassis, dessen Affinität zum Fahrwerk des Triumph TR3A gewiss nicht nur einer Laune des Zufalls entsprang: ein Kastenrahmen mit Kreuzverstrebung, vorn Einzelradaufhängung mit übereinanderliegenden, ungleich langen Querlenkern, Achsschenkel mit oberem Kugelgelenk, Schraubenfedern mit eingebauten Teleskopstoßdämpfern, hinten Starrachse und Halbelliptikfedern, Achslagerung über dem Chassisträger, effiziente Girling-Scheibenbremsen ringsum.
Was die Karosserie angelangte, scheute man ob der zu erwartenden geringen Stückzahlen größere Investitionen und entschied sich deshalb für Fiberglas. Das Resultat war ebenso markant wie hässlich, da die Daimler-Designer Heterogenes zusammengezwungen hatten zu einer Symbiose des Unvereinbaren. Überdies tendierte der Kunststoffbau an bestimmten Stellen zum Reißen, zumindest in der ersten Serie. In dieser Phase verwand sich der SP250 so stark, dass auf schlechten Wegstrecken die Türen schlagartig aufsprangen und so Fahrer, Beifahrer und gegebenenfalls in einem Verlies hinter den Vordersitzen mitreisende Kinder nachhaltig verunsicherten.
Ein ab Oktober 1960 verfügbares Hardtop wirkte als stabilisierendes Moment, und mit der 'B'-Spezifikation vom April 1961 wurde auch der Rahmen versteift, während die 'C'-Serie ab März 1963 vor allem eine bessere Ausstattung implizierte. Ab Februar 1961 wurde wahlweise eine Automatik von Borg Warner angeboten. Der Daimler SP 250 verhielt sich grundsätzlich untersteuernd und avisierte seinem Lenker rechtzeitig, wenn er mit dem Heck wegzuwischen gedachte.
Seinen ursprünglichen Namen Dart, der an ein englisches Pfeilspiel erinnerte und zudem in hübscher Alliteration zu Daimler passte, hatte man rasch wieder fallengelassen, als Chrysler für ein gleich bezeichnetes Dodge-Modell das Copyright beanspruchte. Trotz seines frühzeitigen Ablebens endete die Dart-Episode mit einer versöhnlichen Note – sein Motor fand eine neue Heimat im Jaguar Mk II.