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Fiat 508 Balilla Corsa CS Mille Miglia
Debüt 1933
Technische Details
Hersteller Fiat
Baureihe 508 Balilla Sport
Typ 508 Balilla Corsa CS Mille Miglia
Bauzeit 1933 - 1937
Baujahr 1935
Motor 4 Zylinder Reihenmotor
Hubraum 995 cm³
Bohrung/Hub 65 / 75 mm
Leistung 52 PS / 38 KW
Gewicht 625 kg
Leistungsgewicht 12.02 kg / PS
Vmax135 kmh





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Fiat 508 Balilla Corsa CS Mille Miglia
2002 wurde er 70 Jahre alt. Genauer gesagt, galt dies für die wenigen Überlebenden der Armee von 114 184 Fiat 508, besser bekannt unter ihrem Beinamen Balilla, mit denen die Fabbrica Italiana Automobili Torino zwischen 1932 und 1937 im Handstreich den heimischen Markt für die Einliterklasse eroberte. Ermöglicht wurde dies durch die Normung der Teile, vereinfachte Verfahren der Produktion sowie die Einführung der elektrischen Schweißung, mit denen sich die Turiner Marke unmittelbar nach dem Ersten Weltkrieg die Voraussetzung für große Serien geschaffen hatte.

Möglich wurden sie allerdings auch durch den sonnigen und der Zukunft zugewandten Charakter des Kleinen, der unter vaterländischem Applaus auf dem Mailänder Salon im Frühjahr 1932 zunächst mit drei Gängen ("3 marce") vorgestellt wurde. Ab Juli jenes Jahres rollte er schier unaufhaltsam von den Bändern und deckte gleich vielerlei Bedürfnisse ab, als zweitürige Limousine, als Torpedo (ein viertüriger offener Tourenwagen mit Klappverdeck), als Lieferwagen namens Camioncino und als Spider.

Gemeinsam waren ihnen innovative Schmankerln wie hydraulische Stoßdämpfer und Bremsen sowie eine 12-Volt-Anlage und der relativ lange Radstand von 2250 mm: In aller Regel endete der Balilla unmittelbar vor und hinter seinen beiden Starrachsen, was seinem Auftritt durchaus bekömmlich war. Sein Fahrwerk mit einem Profilrahmen aus Stahlblech mit x-förmiger Versteifung als tragendem Element hatte Ingegnere Emilio Martinotti konstruiert, seinen seitengesteuerten Reihenvierzylinder Ingegnere Bartolomeo Nebbio. Von Fallbenzin aus seinem 26-Liter-Tank mittels eines Solex-Vergasers ernährt, gab er sich mit acht Litern je 100 Kilometer genügsam wie ein Maulesel und mobilisierte gleichwohl 20 muntere PS bei 3400/min.

Zum Schmuckstück geraten war vor allem der von Ghia eingekleidete Spider mit seinen großen freistehenden Scheinwerfern, dem aufrechten ovalen Kühlergrill, der gefällig gerundeten umlegbaren Windschutzscheibe, elegant geschwungenen Kotflügeln mit ausgeprägten Trittbrettern, tief eingekehlten Türen und einer kleinen vertikalen Finne auf dem Heckdeckel. Dies machte ihn umgehend zum Familienstar und beliebten Exportartikel. In der Version 508 S Balilla Sport ab Januar 1933, nun wieder mit Reibungsstoßdämpfern und gleichwohl von exemplarischer Handlichkeit, war er auf 30 PS erstarkt und gutgelaunt bis zu 115 km/h flink. Ein Jahr später sattelte Nebbio noch einmal sechs PS drauf, indem er das knorrige kleine Triebwerk von stehenden auf hängende Ventile umrüstete. Somit waren nunmehr 36 PS bei ungewöhnlich hohen 4400/min für den Transport von 625 kg Leergewicht zuständig. Eine Berlinetta-Variante brachte weitere 120 kg auf die Waage.

Nicht alle Modifikationen der zweiten Balilla-Generation 508 B in gleichen Jahr vollzog der Spider mit. Zwar gebot sein Lenker nun auch über die Annehmlichkeit eines Vierganggetriebes, dessen beiden oberen Fahrstufen synchronisiert waren. Aber in puncto Radstand war alles beim alten geblieben, während man den übrigen Angehörigen des 508-Clans 50 mm mehr spendiert hatte. Dies und der Umstand, dass er mit einer Spurweite von 1187 mm vorn und 1200 mm hinten bräsig in seinen Halbelliptikfedern stand, prädestinierten den leichtfüßigen Italo-Roadster förmlich für den Rennsport. Beim nationalen Kult-Event Mille Miglia bekriegten sich ganze Horden von Balilla-Piloten bis aufs Messer. Den schönsten Erfolg holten sich die Gebrüder Luigi und Emilio Villoresi bei der neunten Auflage im Jahre 1935 mit einem Sieg in der Klasse bis 1500 cm³ ohne Kompressor. In einem weiteren Spider saß jemand, der sich auf einem ganz anderen Gebiet einen Namen machen sollte: Nuccio Bertone.
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