Weltpremiere des von BMW-Sportwagen-Freaks sehnsüchtig erwarteten Z4 M Roadster auf der Detroiter Autoshow 2006! Nach dem grandiosen Erfolg der M-Version des Z3, die sich zwischen 1997 und 2002 in 15.000 Exemplaren verkaufen ließ, will die Münchner Marke diesem Bestseller ein nicht minder erfolgreiches Mobil für offenes Fahrvergnügen folgen lassen. In die Erbmasse fällt der einzige Reihen-Sechszylinder der Welt, der bis 8000 Touren dreht und in allen Drehzahlbereichen eine gewaltige Schubkraft entwickelt: 343 PS bei 7900/min. und ein Drehmoment von 365 Newtonmetern bei 4900/min. Dieses Potential aus sechs „Töpfen“ schöpfen zu können, wurde 2005 mit dem „Engine of the Year Award“ belohnt. Die fünfte Ehrung dieser Art in Folge.
Mit einer Literleistung von 106 PS und einem Leistungsgewicht von 4,1 Kilo pro PS entwickelt der Z4 M Roadster Sprinter-Qualitäten: fünf Sekunden im Spurt von 0 auf 100 km/h. Präzise reagiert das 6-Gang-Getriebe auf dir relativ kurzen manuellen Schaltwege. Zur optimalen Umsetzung der Kraft und Herrlichkeit des Triebwerks dient eine Hinterachsübersetzung von 3,62:1. Adäquat zur Stärke dieses Aggregats fällt das Fahrwerk aus: Eingelenk-Vorderachsen mit verschraubten McPherson-Federbeinen und Alu-Querlenkern sowie die Zentrallenker-Hinterachse, von der eine V-Strebe als zusätzliche Versteifung zum Karosserieboden führt, sorgen für ein harmonisches Fahrverhalten. Niedriger Schwerpunkt und die völlig ausgeglichene Achslast-Verteilung von 50:50 tragen zu der hervorragenden Straßenlage bei. Der Roadster liegt wie ein Brett und lässt sich auch in extremen Fahrsituationen stabilisieren. Dabei ist die Differentialsperre – „variabel und drehzahlfühlend“, wie es bei BMW heißt – behilflich.
„Bei sehr sportlicher Fahrweise und auf Straßen mit durchschnittlichem bis hohem Reibwert hilft das M-Sperrdifferential dem erfahrenen Fahrer, die positiven Eigenschaften des Heckantriebs zu verstärken“, ein bemerkenswerter BMW-Hinweis. Drückt er doch aus, dass der M Roadster nicht gerade ein Gerät für „Sonntagsfahrer“ ist, auch angesichts der hohen Beschleunigung, in der sportlich Ambitionierte schwelgen dürfen. Ärgerlich nur, dass der Fahrgenuss bei 250 km/h elektronisch einen Riegel vorgeschoben bekommt.
Natürlich unterscheidet sich die M-Version auch äußerlich von der Normalausführung des Z4, wenngleich dem Laien nur das neue 18-Zoll-Räder-Design mit Doppelspeichen, der horizontale Heck-Diffusor sowie die vier verchromten Endrohre auffallen dürften. Eher im Verborgenen bleibt die aerodynamische Optimierung des Unterbodens, und die geringfügig geänderte Frontpartie bemerkt man erst auf den zweiten Blick. Dafür signalisieren M-Embleme an Heck, vorderen Kotflügeln, Einstiegsleisten und Lenkrad welcher Potenzling hier auf relativ schmaler Bereifung (225/45 vorn und 255/40 hinten) steht. So konnte auf Kotflügel-Verbreiterungen getrost verzichtet werden.
Sportlich puristisch wie alle Armaturen mutet auch das Leder-Interieur dieses Roadsters an. Funktionalität triumphiert rundum. Das griffige M-Lenkrad und die bestens geformten Sportsitze, in die das M-Emblem ebenfalls eingelassen ist, passen in dieses Bild. Wie die Anleihen der Farbgebung aus den Motorsport: Neben Imola-Rot darf auch zwischen den Metallic-Tönen Sepang-Bronze und Interlgos-Blau gewählt werden. Kleiner Schönheitsfehler: Die von Abgasen verpestete Himmelsglocke über dem Stadt-Moloch Sao Paulo schimmert eher rusig-grau.