25 Jahre nach der Geburt des ersten 5er-BMW mit dem zusätzlichen Kraft-Symbol „M“ – damals ein 535i mit 218 PS – und 20 Lenze nach dem ersten reinrassigen „M“ der BMW Motorsport GmbH im Jahre 1984 präsentierte sich Ende 2004 der Urenkel: ein äußerst kräftiger Bursche mit 507 PS und 1830 Kilo Gewicht. Selbst bei 8000 Touren dreht er nicht durch, denn das Hochdrehzahl-Prinzip des V10-Motors kann diese Belastung wegstecken. Die maximale Leistung stellt sich schon bei 7750/min ein, und 520 Newtonmeter werden bei 6100/min erreicht. Dieser Leistungssportler im Straßenanzug wurde wie alle M-Modelle von BMW auf der Nordschleife des Nürburgrings getestet. Zufrieden registrierten die Münchener Mannen eine Zeit von knapp 8,15 Minuten, sehr ordentlich für eine Limousine.
Auf dieser Strecke macht das Schalten mit dem Siebengang-SMG-Getriebe ( mit Wählhebel auf der Mittelkonsole ) über die Schaltwippen am Lederlenkrad sicherlich Spaß. Ohne kuppeln zu müssen, kann der Fahrer das Gas voll stehen lassen, denn im Gegensatz zu einem Automatik-Getriebe verschlingt hier kein Drehmomentwandler Energie und Leistung. Fließende manuelle Gangwechsel mit Launch-Control beim Anfahren oder auch der automatisierte Getriebe-Modus „D“: Der M5-Fahrer hat die Wahl, sportliche Ambitionen auszutoben oder entspannt dahinzugleiten. Entsprechend lässt sich das Fahrwerk von sportlich straff bis komfortabel mit der MDrive-Taste am Lenkrad oder einem Schalter neben dem SMG-Wählhebel einstellen.
Hochleistungs-Bremsen mit Alu-Doppelkolben-Faustsätteln sorgen dafür, dass der M5 für den Stillstand aus Tempo 100 mit 36 Metern auskommt und bei doppelter Geschwindigkeit weniger als 140 Meter benötigt. Die 19 Zoll hohen Aluminium-Gussräder tragen den großdimensionierten Bremsscheiben Rechnung und sind eine optische Bereicherung. Serienmäßig werden sie mit 255er-Reifen vorn und mit 285-Walzen hinten bestückt.
Dank des sogenannten „intelligenten Leichtbaus“, einer Mischbauweise aus Stahl und Aluminium, kommt BMW auf ein Leistungsgewicht von 3,5 Kilo pro PS. Äußerlich deuten die großen Lufteinlässe unter der BMW-Niere, dezente Spoiler-Ecken, Luftschlitze mit kleinem „M“in den vorderen Kotflügeln, Seitenschweller und der horizontale Diffusor zwischen den vier Endrohren auf die M-Herkunft hin. Orientierungshilfe für Laien: das „M5“-Typenschild auf der Heckklappe.
Im Innenraum dominiert der Komfort, eine gelungene Mischung aus Leder-Luxus, Alcantara-Himmel und Funktionalität. Das, abgesehen vom Display schon fast klassische Armaturenbrett mit horizontale Betonung und zwei großen, in Chrom gefassten Rundinstrumenten passt zur M-Philosophie, die gegen Aufpreis und „Androhung“ eines Fahrerlehrgangs auch ein volles Ausschöpfen dessen ermöglicht, was die elektronische Geschwindigkeits-Begrenzung verhindert, aber der bis 330 km/h reichende Tacho verheißt.