Rennsport-Technologie in einem Serienfahrzeug verkörpert der M3 CSL, der von 2002 bis 2003 gebaut wurde. Das Leichtbau-Konzept beinhaltet einige gut sichtbare CFK- Komponenten: Flaps in der Frontschürze, versehen mit einem gewaltigen Lufteinlass, Außenspiegel und sogar das Dach. Ebenfalls aus Kohlefaser-Struktur, wenngleich lackiert, bestehen die Frontschürze selbst, Türen, Heck-Diffusor und die Kofferraum-klappe mit einer ausgeprägten Abrisskante. Viel Carbon-Teile auch im Innenraum mit zwei Renn-Schalensitzen. Die Orgie leichter aber stabiler Materialien umfasst auch die Motorhaube aus Aluminium oder den Instrumententafel-Träger aus Magnesium. Spezial-Stahl bei der Rohkarosse und eine Sandwich-Bauweise der Bodenbleche verleihen dem Gefährt die nötige Verwindungsfestigkeit. Da es konsequent ums Gewicht geht, besteht die Heckscheibe aus Dünnglas, und sogar die ultraleichte Schaumunterfütterung des Bodenbelags muss zur Optimierung beitragen.
Das Kraftwerk des CSL, ein 6-Zylinder-Reihenmotor mit zwei variabel steuerbaren obenliegenden Nockenwellen für die 24 Ventile, produziert satte 360 PS, auf die er stolz akustisch aufmerksam macht. Bei sportlicher Gangart an der „Schallgrenze“ von 8000 Touren brüllt er sein Potential förmlich durch die vier Auspuffendrohre hinaus. Ein SMG-Getriebe mit Wippenschaltung ermöglicht blitzschnelle Schaltzeiten von etwa 0,08 Sekunden. Um den bayerischen Löwen bändigen zu können, bedarf es keiner Kraftakte, vorausgesetzt , man besitzt das nötige Fingerspitzengefühl und Routine im Umgang mit derartigen Hochleistungspaketen. Brav lässt sich der CSL dirigieren, denn die direkte Zahnstangenlenkung reagiert außerordentlich präzise, und das Fahrwerks-Layout ist ohnehin überzeugend.
Dazu tragen die Michelin-Pneus bei. Die Michelin Pilot Sport Cup, vorn 235-er Walzen, hinten 265/30 ZR 19,die BMW den CSL-Kunden anvertraut, verhalten sich wie Rennreifen. Kein Wunder, dass damit auf der Nürburgring-Nordschleife eine Zeit von 7. 50 Minuten möglich ist. Die Querbeschleunigungswerte steigen mit dem CSL auf Werte jenseits von 1,4 g.“ Beweis genug für die sorgfältige Abstimmung dieses Reifentyps auf das Fahrwerk und die dynamische Stabilitäts-Kontrolle.
4,9 Sekunden von 0 auf 100 Stundenkilometer, deren 16,8 auf 200 sind erhebende Beschleunigungs-Momente. Ohne elektronische Sperre bei 250 km/h dürfte der CSL locker 280 Stundenkilometer erreichen. Eine Vollbremsung von Tempo 100 in den Stand absolviert er in nur 2,5 Sekunden (Werksangabe), das entspricht einem Bremsweg von knapp 34 Metern.
Anthrazit-Schwarz wie sein Äußeres – einzige Lackier-Alternative ist Silber – gibt sich der Innenraum des M3 CSL. Das sachlich und funktionell eingerichtete Cockpit konzentriert sich auf den, der sich beim Fahren konzentrieren muss. Genau im Blickwinkel zwischen den Schaltwippen liegen alle wichtigen Instrumente, rund und mattschwarz eingerahmt. Einzige Farbtupfer in der „Dunkelkammer“ sind das BMW-Emblem auf der Lenkradnabe, das M-Logo auf der unteren Speiche und die roten Drücker der Sicherheitsgurt-Entriegelung.