Fünf Sportwagenmodelle in relativ kurzen Intervallen, dazu drei neue Motoren aus eigener Produktion: Mit unglaublichem Eifer und Enthusiasmus hatte TVR-Eigner Peter Wheeler seine Kreativität um die Jahrtausendwende gerankt. Schließlich erlaubte es die handwerkliche Flexibilität seiner engagierten Mitarbeiter, sich permanent mit neuen Herausforderungen auseinander zu setzen. TVR: ein Thema mit Variationen bis ins kleinste Detail, mit hohem Personalaufwand! Ob es sich rechnet, alles in Eigenregie zu fertigen, sei dahin gestellt. Im Jahre 2000 gesellte sich zum TVR-Paradepferd Tuscan, erhältlich auch als Roadster und Targa mit drei Motoren zur Auswahl, der Tamora. Dieser Roadster, mit dem 3,6-Liter-6-Zylinder-Reihenmotor bestückt, wartet mit fast klassischer Linienführung auf - kein wildes Design, wie bei einigen TVR geradezu typisch!
Wohlproportionierte Rundungen schmücken diesen Zweisitzer mit Frontspoiler-Lippe, dezentem Heckspoiler und dem Ansatz eines Diffusors. Die vollverkleideten Scheinwerfer und die zarten Aussparungen für die restlichen Beleuchtungskörper passen ebenso zu der Gesamtoptik wie die schnörkellosen Rückspiegel. Einziger gemeinsamer Nenner mit den anderen TVR-Modellen: Form und Versprung der Türen zu den vorderen Kotflügeln. Auch das Cockpit mit dem extrem hochgezogen Kardantunnel wirkt für TVR-Maßstäbe sachlich und aufgeräumt. Hier liegt alles gut erreichbar nebeneinander, wenngleich die Handbremse dem Schalthebel für das 5-Gang-Getriebe etwas ins Gehege kommt. Eine komplette Lederausstattung schlägt mit zusätzlichen 3000 Euro zu Buche. Mit diesem noblen Interieur, serienmäßiger CD/Radio-Anlage, tiefer gelegtem Fahrwerk und mit 18-Zoll-Aluminiumrädern bestückt, ist der Tamora noch unter 60.000 Euro zu haben.
Dass der Brite naturgemäß rechtsgelenkt ist und im Gegensatz zum Tuscan hier Leder-Volant und die verstellbare Pedalerie nicht den kontinentalen Verhältnissen anpasst, ist vielleicht etwas gewöhnungsbedürftig aber immerhin bei Ausflügen zu seiner Inselheimat vorteilhaft. Fahrvergnügen begleitet die Handhabung der zur Verfügung stehenden 350 PS bei 7200 Touren. Das maximale Drehmoment von 391 Nm ist vergleichbar mit einem BMW-6-Zylinder, und das geringe Gewicht von 1185 Kilo trägt zu den ansehnlichen Fahrleistungen bei: Beschleunigung bis 100 km/h in 4,5 Sekunden – der Z4 M Roadster braucht fast eine halbe Sekunde mehr - und eine Spitze von 280 „Sachen“.