Als Primus der S-Klasse hatte der S600 mit 517 PS und 830 Newtonmetern nur bis zum Genfer Salon 2006 bestand, denn dort feierte der S 65 AMG seine Premiere. Bereits bei 4750 Touren faucht der V12 Biturbo mit 612 PS los und entwickelt ein Drehmoment, das bei 1000 Nm elektronisch gezügelt werden muss. Um diese schier unbändige Kraft bändigen zu können, verpasste AMG dem Zweieinviertel-Tonner ein ausgeklügeltes Sportfahrwerk mit einem „Active Body Control-System“, das Wankneigungen und Querbeschleunigungen wirksam entgegentritt. Eine Hochleistungs-Bremsanlage mit Verbund-Bremsscheiben und Doppelfaustsätteln fängt den „Schwerenöter“ sicher ein. Bei einer Beschleunigung von 4,4 Sekunden bis 100 km/h und deren 13,3 bis 200 km/h müssen leistungsmäßig Sportwagen-Maßstäbe angelegt werden, selbst bei einer Bordkapazität für fünf Passagiere und einem Kofferraum-Volumen von 560 Litern.
Dieses „Raumschiff“ wird mittels „AMG Speedshift 7G-Tronic“ mit den drei Schaltprogrammen „Comfort“, „Sport“ und „Manual“ in Bewegung gesetzt. Es darf munter gewippt werden! Analog zu den Getriebe-Charakteristika ändern sich auch die Parameter des Fahrwerkes samt Stoßdämpfern. Optisch dokumentiert der S 65 AMG seine Sportlichkeit durch die Frontschürze mit Spoilerlippen und großen Lufteinlass-Öffnungen, eine dynamisch gestylte Heckschürze mit zwei verchromten Auspuff-Doppelendrohren und dezente Seitenschweller. Dazu spendiert AMG die mehrteiligen, in Titangrau lackierten 19-Zoll-Leichtmetallräder mit ihrem fast klassischen 5-Speichen-Design, die mit Breitreifen bequem in die ohnehin verbreiterten Radhäuser passen. Kleiner Kraftprotz-Hinweis auf den vorderen Kotflügeln: der Schriftzug „Biturbo“.
Bei rundum soviel Dynamik darf sich natürlich das Innenleben keine Blöße geben. Für AMG ein lockeres Pflichtprogramm: mit einer hochwertigen Lederausstattung, einem ergonomisch hervorragend geformten Sportlenkrad mit Alu-Schaltwippen sowie gut verteilte Einfassungen aus Edelstahl und Aluminium im Bereich von Armaturenbrett und Mittelkonsole. Sie rahmen den höchsten Standard moderner Bordelektronik für Automobile ein. Ist das jetzt so etwas wie „top of the top“ der S-Klasse? Zumindest, was die Serien-Limousinen angeht, denn Extreme wie der „Dampfhammer“ von Brabus mit 730 PS und 1100 Nm fallen in die Tuning-Sparte.