Als der in Italien ansässige Argentinier Horacio Pagani seinen Super-Sportwagen konzipierte, sollte dieser eigentlich den Namen Fangio tragen, doch dann starb sein Landsmann.
Guter Rat muss nicht teuer sein, und so bezog der gebürtige Argentinier Horacio Pagani den fünfmaligen Weltmeister Juan Manuel Fangio trotz dessen hohen Alters in sein Projekt eines Super-Sportwagens ein. 1995 verabschiedete sich Fangio von dieser Welt und hinterließ einen Rekord für die Ewigkeit: den Schnitt von 5,42 Punkten pro Grand Prix, wobei damals der Sieger nur neun Zähler verbuchen konnte. Fangios Tod veranlasste Pagani, seinen C12, den er 1999 auf dem Genfer Salon präsentierte, nicht nach dem Rennfahrer sondern dem Anden-Luftstrom Zonda zu benennen. In Windeseile hatte sich die keilförmige Kreation aus dem Dunstkreis von Modena, also der Nachbarschaft so berühmter Marken wie Ferrari, Maserati und Lamborghini herumgesprochen: ein automobiles Kunstwerk mit modernem Kohlefaser-Monocoque, liebevoll von Meistern ihres Faches zusammengebaut.
Auf der Suche nach einer geeigneten Kraftquelle war Pagani jenseits der italienischen Alpen fündig geworden und bediente sich zunächst des 6-Liter-AMG-Triebwerkes mit knapp 400 PS. Nur fünf Exemplare mit diesem Motor entstanden in der Manufaktur von San Cesario sul Panano: eines für Ausstellungszwecke, ein weiteres – sehr zu Horacios Leidwesen - für die vorgeschrieben Crash-Tests und drei für geduldig wartende Kunden. Parallel zum Bau dieser ersten Wagen lotete Pagani ein weiteres Triebwerk bei AMG aus, den M120 E72, dessen sieben Liter 557,6 PS entfalten konnten. Das war es doch!
Um mit diesem Kraftwerk nicht abzuheben, genügten kleine aerodynamische Kunstgriffe wie eine nach vorn verlängerte Spoilerlippe und zwei Heckflügelchen. Schließlich mündete die Kevlar-Karosserie in einem Diffusor, der ohnehin für kräftigen Abtrieb sorgt. Von diesem Zonda, genannt 12S, entstanden 15 Coupés, die mit mehr als 320 km/h ihren Konkurrenten aus dem eigenen Land das Leben schwer machten. Die Beschleunigung von 0 auf 100 km/h in 3,7 Sekunden irritierte sogar den Ferrari 575M Maranello, der oben heraus etwas schneller aber im Sprint mit 4,2 Sekunden deutlich langsamer ( da eine halbe Tonne schwerer ) war.
Für das 24-Stunden-Rennen von Le Mans des Jahres 2003 baute Pagani den C12 GR , angetrieben von dem 6-Liter-Motor. Dieses Engagement in der GTS-Klasse währte nicht einmal bis zum ersten Fahrerwechsel, da das Getriebe streikte. Daraufhin sah Pagani von weiteren Aktivitäten auf der Piste ab. In seiner Kleinserie – jährliche Kapazität maximal 25 Fahrzeuge – wird seit 2002 das 7,3-Liter-AMG-Triebwerk verwendet, das 2006 die 600PS-Schwelle ( Zonda F ) überschritt und mit dem C12 F Roadster sogar 650 PS aktiviert. Jetzt kommt auch der große Fangio zu Ehren, denn ihm ist das „F“ gewidmet.