Der Nobelste und Teuerste unter den Nobles ist das 2004 vorgestellte Flaggschiff M14 aus der kleinen aber feinen britischen Sportwagen-Manufaktur. Knapp 115.00 Euro soll er kosten, „denn wir bieten einem hoffentlich erweiterten Kundenkreis ein luxuriöses Innenleben, beginnend mit einer prächtigen Lederausstattung, und lassen keine Wünsche offen“, so Hersteller und Designer in Personalunion Lee Noble. Im Gegensatz zum puristischen M400 darf man sich im M14-Cockpit ein wenig verwöhnen lassen. Das italienische Leder stammt von dem Ferrari-Lieferanten, Mitteltunnel und Decke sind mit Alcantara ausgeschlagen und der tiefe Bodenteppich besteht zu 80 Prozent aus Wolle. Bordcomputer, CD-Player, Klimaanlage, geheizte Scheiben, elektrisch zu betätigende Fensterheber und Rückspiegel, Wegfahrsperre mit Alarmanlage sowie die Zentralverriegelung gehören bei den anderen Wagen des Hauses nicht zur Serienausstattung. Sogar ein Satelliten-Navigationssystem kann – freilich gegen Aufpreis - geordert werden.
Dass neben dem Chassis mehr als 90 Prozent der technischen Fahrzeugkomponenten aus der M12-Reihe stammen, ist dem insgesamt kantiger wirkenden M14 nicht anzumerken. Voller Stolz verweist Lee Noble darauf, dass inzwischen 70 Prozent aller Teile in Eigenfertigung entstehen. Dank geschickter Retuschen und durch die Vergrößerung von Lufteinlässen, Kotflügelverbreiterungen und der Spoilerlippen hat dieser Noble ein völlig neues – fast aggressives – Gesicht erhalten, zu dem sich rückwärtig ein ausgeprägtes aber passendes Diffusor-Heck gesellt. Hinter dem quer liegenden Mittelmotor und im Bug warten zwei 150-Liter-Gepäckabteile aufs Beladen, sperrige Gegenstände wie Reisekoffer und Masters-Golfbags ausgenommen. Die etwas größeren Überhänge des M14 und der integrierte Überrollkäfig mit Flankenschutz bieten den Insassen ein hohes Maß an Sicherheit.
Wie bei GTO-3R und M400 wird der 3-Liter-Ford-Motor von zwei Turboladern auf Trapp gebracht. Geschmiedete Kolben verleihen dem 406-PS-Triebwerk die nötige Ausdauer. Es gibt sich ungemein elastisch und fällt selbst bei 1000 Touren noch nicht in den „Keller der Schaltfaulen“. Das leichtgängige Sechsgang-Getriebe ermuntert ohnehin zur häufigen Betätigung. Diese vorausgesetzt, erreicht der M14 nach 4,3 Sekunden Tempo 100 und beschleunigt recht munter weiter bis zu seiner Höchstgeschwindigkeit von 306 km/h. Diese mag nicht berauschend sein, doch schließlich ist der M14 nicht als Super-Sportler konzipiert. Sein flottes Aussehen – dazu gehören auch neue Aluräder mit breiteren Reifen als bim M12 – kompensiert so manches.