In einem Konvolut von acht Schreibmaschinenseiten war bei seinem Debüt auf der Frankfurter IAA im September 1955 schwäbisch-penibel aufgelistet, was den Porsche 356 A von seinem Vorgänger unterschied. Die etwas größere Windschutzscheibe war nun gleichmäßig gekrümmt und fügte sich im Ansatz der obwaltenden Panorama-Mode.
Die vorderen Blinker hatte man jeweils außen in horizontale Schallgitterchen eingelagert. Der um 35 mm abgesenkte Wagenboden, mit Bouclé-Teppichen ausgelegt wie Längsträger und Fond, gestattete einen bequemeren Zugang zum Arbeitsplatz. Drei große Rundinstrumente, voll überschaubar durch das obere Segment des Zweispeichenlenkrads, wurden wie der Rest des Armaturenbretts überwölbt von einem schaumgummigepolsterten Blendschutz. Links unter dem Zündschlüssel ragte eine Stockbremse hervor, ohne das Knie des Fahrers zu gefährden. Die zur Ladefläche umklappbare Lehne der hinteren Behelfssitze konnte durch ein Expanderband arretiert werden.
Der 356 A, per definitionem eher auf traute Zweisamkeit zugeschnitten, war dennoch gleichsam innen größer als außen. Wunsch und Wille, einen zu besitzen und diesen Besitz unter fast allen Umständen sich zu erhalten, waren längst zum Format einer Weltanschauung gediehen, bekräftigt dadurch, dass Porsche-Piloten aller Länder sich durch freundliches Anblinken auf den Straßen zu einer neuen Klasse von Privilegierten vereinigte.
Und so blieben den Vätern knospender Familien unter ihnen im wesentlichen drei Möglichkeiten. Dem natürlichen Ablauf der Dinge folgend waren dies: a) in Begleitung der Angetrauten zu reisen, weit, komfortabel und mit viel Gepäck; b) einen leicht beengten Halbtagsausflug anzutreten mit Weib, Kind und einem angemessenen Picknick unter der vorderen Haube; c) mit Gattin, zwei Sprösslingen und einem Imbiss zusammengepfercht einen Abstecher in die nähere Umgebung zu machen. Eine besondere Variation bot Fritz Sittig Huschke Baron von Hanstein an, dem Hause Porsche treu in vielfältigen Funktionen verbunden: Ihm gelang es, zeitweise zwei deutsche Doggen zum Zusteigen in sein Cabriolet zu bewegen.
Völlig durchgeforstet war das Fahrwerk, der 356 A somit insgesamt handlicher und verträglicher geworden. Eine weichere Federung erreichte man vorn durch Torsionsstäbe, die aus je acht Blatt oben und unten bestanden (bisher: sechs beziehungsweise fünf), am anderen Ende durch um 74 mm auf 627 mm verlängerte Drehstäbe. Der vordere Querstabilisator, seit 1954 Teil der Serienausrüstung, wurde um einen Millimeter auf 15 mm verstärkt wie auch das Quartett der Stoßdämpfer, die hinten senkrecht montiert waren.
In schnell gefahrenen Kurven hatten frühere Modelle ungestüm mit dem Heck nach außen gedrängt. Versierte Chauffeure stellten sich darauf ein und befleißigten sich eines Fahrstils, den Haus-Ideologe Richard von Frankenberg, selbst in dergleichen Kapriolen nicht unbewandert und Chefredakteur der Porsche-Postille Christophorus, verbalisiert hatte: Auf das Wegwischen der Hinterräder habe man mit "Sägen" und Gegensteuern zu reagieren.