Ob schwarze Prospekthüllen aus Leinen mit eingesticktem Wappen aus schwarzer Seide, schwarze Fonds bei Werbeaufnahmen oder gar schwarze Show-Cars, der Umgang mit der Farbe der Nacht ist bei Lamborghini keine „magia nera“ (schwarze Magie), sondern Ausdruck vornehmer Individualität. Der Pariser Automobil-Salon bildet das geeignete Forum, die Sonderserie Nera des Gallardo (Auflage: 185 Fahrzeuge in den Schwarz-Tönen Serapis und Noctis) vorzustellen und die Orders gut betuchter Anhänger von „black is beautyful“ direkt entgegenzunehmen. Das Nebeneinander von Hochglanz-Lack auf den dynamisch wirkenden Karosserie-Teilen und Mattlack-Partien auf dem Dach, vor den Entlüftungsschlitzen der hinteren Kotflügel und konturiert hinter den Scheinwerfern ist ein Novum. Hinter den schwarzen Leichtmetall-Rädern schimmern weiß-silbern die Bremssättel hervor.
Schwarz-Weiß-Malerei im Interieur, geradezu prädestiniert für einen Werbefeldzug des Whisky-Produzenten Black & White: So sind die Sitzflächen und die Tür-Innenverkleidungen in weißem, abgestepptem Leder gehalten und die schwarzen Seitenführungen der Schalensitze weiß paspeliert. Ganz in Weiß auch der unten abgeflachte Kranz des schwarzen Leder-Lenkrades und die gepolsterten Zonen des Armaturenbrettes. Der Schwarz-Weiß-Kontrast setzt sich über die Handbremse selbst bis ins kleinste Detail fort. Jetzt fehlt zu dieser Optik nur noch mehr Leistung, und deren Entfaltung bedarf eigentlich ebenfalls keiner schwarzen Magie.
autogericke.de / 22.09.2006